Wer in den letzten zwei Jahren mit einem Google-Ads-Vertreter telefoniert hat, kennt womöglich die Empfehlung: Stellen Sie auf Performance Max um. Eine Kampagne für alles — Suche, Display (Bild- und Bannerwerbung auf fremden Websites und in Apps), YouTube, Gmail, Maps, Discover. Google übernimmt Aufteilung, Gebote und Platzierung. Das Versprechen: mehr Leistung bei weniger Arbeit. Der Preis: Sie geben die Kontrolle über die Frage ab, um die es auf dieser Seite geht — wo Ihr Geld landet.
Die gute Nachricht zuerst
Einen Placement-Bericht gibt es für Performance Max seit Anfang 2022: Er listet die Domains, Apps und YouTube-Kanäle, auf denen Ihre Anzeigen erschienen sind. Ein blinder Fleck blieb aber lange — die Auslieferung über Suchnetzwerk-Partner tauchte dort lange nicht auf; seit März 2024 führt der Bericht auch sie. Und seit Februar 2026 erscheinen Performance-Max-Platzierungen zusätzlich im getrennten Bericht „Wann und wo Anzeigen ausgeliefert wurden“, aus dem sie bis dahin ganz herausfielen.BelegSearch Engine Land, Februar 2026
Das ist ein echter Fortschritt, und man sollte ihn nutzen. Nur reicht er nicht.
So sehen Sie die Platzierungen
Google nennt den Bericht „Placement von Performance Max-Kampagnen". Er gehört zur Kategorie „Wann und wo Anzeigen ausgeliefert wurden" und zeigt, wie oft Ihre Anzeigen auf bestimmten Webseiten oder Websites ausgeliefert wurden. Einen festen Klickweg dorthin nennt Googles Hilfe nicht, und Google verschiebt Berichte immer wieder. Am sichersten ist, im Konto in den Berichten nach diesem Namen zu suchen.
Daneben gibt es den Bericht „Eignung der Inhalte". Er gilt laut Google für alle Kampagnentypen außer Suchkampagnen, also auch für Performance Max, und listet Impressionen nach Quelle, etwa YouTube-Kanälen. Beide Berichte zeigen Impressionen, keine Kosten und keine Conversions. Wie Sie einzelne Placements danach ausschließen, steht Schritt für Schritt in Placements ausschließen: Warum Sperrlisten verlieren. Wie das Displaynetzwerk funktioniert, über das Performance Max ebenfalls ausliefert, steht in Das Google Displaynetzwerk.
Die entscheidende Einschränkung
Beide Berichte zeigen, wo Ihre Anzeigen erschienen sind — aber keiner von ihnen ordnet den einzelnen Platzierungen Kosten, Klicks oder Abschlüsse (Conversions) zu. Sie sehen Einblendungen, sonst nichts.
Sie erfahren, dass Ihre Anzeige auf einer Seite lief, die Sie nie gewählt hätten. Was diese Seite Sie gekostet hat, erfahren Sie nicht.
Damit lässt sich die wichtigste Rechnung nicht aufmachen: Welche Platzierung bringt Anfragen, welche verbrennt nur Budget? Genau die Cent-Beträge, aus denen sich der eigentliche Verlust zusammensetzt, bleiben unsichtbar — nicht mehr, weil die Liste fehlt, sondern weil in der Liste keine Zahlen stehen.
Performance Max: Placements ausschließen, weil zulassen nicht geht
Eine Positivliste lässt sich hier nicht setzen — genau die Umkehr, die das Rennen gegen neue Müllseiten überhaupt entscheidet. Googles Placement-Ausrichtung gilt für Display- und Video-Kampagnen; Performance Max ist dort nicht aufgeführt. Sie können dieser Kampagnenart nur sagen, wo sie nicht hin soll, nie, wo sie hin soll — Markenausschlüsse, Content-Ausschlüsse und Inventartypen sind dieselbe Sorte: Filter, keine Auswahl. Was jetzt folgt, ist deshalb Schadensbegrenzung und kein Ersatz für das Zulassen. Warum das ein Unterschied ums Ganze ist, steht in Warum Sperrlisten verlieren.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Placement-Ausrichtung
Placement-Ausschlüsse auf Kontoebene. Das ist der wirksamste der verbliebenen Hebel, denn Placement-Ausschlüsse verwaltet Google bei Performance Max auf Kontoebene. Was Sie im Konto sperren, gilt auch hier — mobile Apps und vorinstallierte Feeds gehören dorthin, wenn Ihr Ziel Anfragen sind.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Ausschlüsse auf Kontoebene
Markenausschlüsse. Über Marken-Ausschlusslisten verhindern Sie, dass Ihre Anzeigen auf Suchanfragen zu fremden oder eigenen Marken ausgeliefert werden.
Content-Ausschlüsse und Inventartypen. Sensible Inhalte, Spiele-Apps und Umfelder mit geringer Aufmerksamkeit lassen sich auf Kontoebene abwählen.
Harte Conversion-Ziele. Das ist bei Performance Max wichtiger als überall sonst: Die Kampagne optimiert vollautomatisch auf das, was Sie als Erfolg definieren. Zählen Sie Merkzettel oder Seitenaufrufe, lernt sie, Merkzettel und Seitenaufrufe einzukaufen — und nichts hindert sie daran, das auf den billigsten Flächen zu tun.
Der Punkt, den Ihre Agentur ansprechen sollte
Performance Max ist nicht per se schlecht. Für Onlinehändler mit sauberem Produktdatenstrom und echten Umsatzzahlen kann es gut funktionieren. Kritisch wird es, wenn drei Dinge zusammenkommen: weiche Conversion-Ziele, keine gepflegten Ausschlüsse und niemand, der den Bericht liest. Dann ist Performance Max genau das, wovor diese Seite warnt — nur automatisiert und schwerer zu prüfen.
Die Frage an Ihre Agentur lautet deshalb nicht „Nutzen wir Performance Max?“, sondern zweierlei: „Welche Ausschlüsse haben wir auf Kontoebene gesetzt, und wann zuletzt in den Placement-Bericht geschaut?“ Und: „Wie viel unseres Budgets läuft über eine Kampagnenart, in der wir gar nichts zulassen können?“ Wie Sie das systematisch prüfen lassen, steht in der Konto-Durchsicht — und weitere Fragen dieser Art finden Sie im Agentur-Test. Soll aus der Prüfung eine feste Routine werden, statt einmal im Jahr aufzuräumen, ist der passende Weg die laufende Betreuung.
Quellen
Klingt nach Ihrem Konto? Die Konto-Durchsicht beantwortet für Ihr eigenes Konto, was hier allgemein steht — für Unternehmen zum Festpreis von 490 € zzgl. USt, Ergebnis in der Regel binnen 5 Werktagen.
Durchsicht anfragenPassend dazu
Ein Aufruf ist eine Zeitangabe. Kein Beweis für Aufmerksamkeit.
Was YouTube als Aufruf zählt, wen die Zielgruppenauswahl trifft und wohin ein großer Teil des Budgets fließt, belegt mit Studien und Googles Angaben.
Eine Sperrliste ist kein Schutzwall. Sie ist eine Quittungssammlung.
Sperrlisten gegen wertlose Werbeplätze scheitern nicht an Googles Obergrenzen, sondern am Prinzip: Gesperrt wird erst, was schon Geld gekostet hat.