Das Google Displaynetzwerk: Was es ist, wo Ihre Anzeigen laufen und wie Sie es prüfen
Autor
Mathias BitschVeröffentlicht am
Inhalt — 8 Abschnitte
- Was das Google Displaynetzwerk ist
- Displaynetzwerk und Suchnetzwerk: der Unterschied
- Wie Ihre Anzeige auf eine Website kommt
- Wo Ihre Anzeigen gelaufen sind: der Placement-Bericht
- Zwei Ratschläge von Google, die sich widersprechen
- Placements im Displaynetzwerk ausschließen
- Geduld: Änderungen wirken mit Verzögerung
- Die ehrliche Einordnung
Wer in Google Ads wirbt, denkt zuerst an die Google-Suche. Ein großer Teil der Werbung läuft aber woanders: auf Nachrichtenseiten, in Rezeptportalen, in Spiele-Apps, auf Websites, deren Namen Sie nie gehört haben. Das ist das Google Displaynetzwerk. Dieser Beitrag erklärt, was es ist, wie Ihre Anzeige dorthin kommt und wie Sie nachsehen, wo Ihr Geld geblieben ist.
Was das Google Displaynetzwerk ist
Google beschreibt das Displaynetzwerk als Werbenetzwerk aus „über zwei Millionen Websites, Videos und Apps“, auf denen Ihre Anzeigen erscheinen können, und nennt eine Reichweite von mehr als 90 Prozent der Internetnutzer weltweit (laut Google nach Zahlen von Comscore). An anderer Stelle spricht Google von „über 35 Millionen“ Websites und Apps, dazu YouTube und Gmail. Welche Zahl gilt, lässt sich von außen nicht prüfen; beide sagen dasselbe: Die Fläche ist riesig, und sie gehört fast ausschließlich anderen.
Die Anzeigen dort sind Bild- und Banneranzeigen. Laut Google sind sie standardmäßig „responsiv“: Sie laden Titel, Texte, Bilder und Logos hoch, und Google setzt daraus Anzeigen in passender Größe zusammen, auf manchen Seiten so angepasst, dass sie wie ein Teil der Seite aussehen.
Displaynetzwerk und Suchnetzwerk: der Unterschied
Google erklärt den Unterschied selbst: Im Suchnetzwerk erreichen Sie Menschen, „die bereits nach bestimmten Produkten oder Services suchen“. Im Displaynetzwerk erscheinen Anzeigen, „bevor sich potenzielle Kunden aktiv mit den Produkten oder Dienstleistungen beschäftigen“, also früher im Kaufprozess. Wer im Displaynetzwerk auf eine Anzeige klickt, hat in diesem Moment nicht nach Ihnen gesucht. Für die Auswertung ist das ein anderer Klick als einer aus der Suche, auch wenn beide in Google Ads gleich gezählt werden.
Auch eine reine Suchkampagne kann im Displaynetzwerk landen, wenn in ihren Einstellungen „Google Displaynetzwerk einbeziehen“ gesetzt ist. Wo Sie das finden und was die Suchnetzwerk-Partner davon unterscheidet, steht in Google Ads Suchnetzwerk-Partner: abschalten oder nicht?.
Wie Ihre Anzeige auf eine Website kommt
Sie wählen in einer Displaykampagne nicht jede Website einzeln aus. Google spricht von „automatischen Placements“: Webseiten, Videos und Apps, auf denen Ihre Anzeigen anhand Ihrer übrigen Einstellungen ausgeliefert werden, etwa Keywords oder Themen. Wer Anzeigen über Herrenschuhe schaltet, landet so laut Googles Beispiel auf Seiten zum Thema Schuhe.
Dazu kommt das optimierte Targeting. Es ist laut Google „für alle Kampagnen automatisch aktiviert“ und sucht anhand von Begriffen auf Ihrer Landingpage und in Ihren Anzeigen selbst nach Zielgruppen. Ihre eigenen Vorgaben sind dann nur noch Signale: Google schreibt, die Anzeigen würden „unter Umständen auch Nutzern präsentiert, auf die die ausgewählten Signale nicht zutreffen“. Abschalten lässt es sich in den Einstellungen der Anzeigengruppe.
Das Gegenstück heißt Placement-Targeting: Sie tragen die Websites selbst ein, und die Anzeigen erscheinen nur dort. Das ist enger, aber Sie wissen, wofür Sie zahlen. Wie Google jeden einzelnen Aufruf einer Seite versteigert, erklärt Ein Werbeplatz, tausend Mieter.
Wo Ihre Anzeigen gelaufen sind: der Placement-Bericht
Welche Websites, Apps und Videos es waren, zeigt ein eigener Bericht: im Menü Kampagnen → Statistiken und Berichte → „Wann und wo Anzeigen ausgeliefert wurden“, dort der Tab „Wo Anzeigen ausgeliefert wurden“. Google gibt ihm selbst vier Einschränkungen mit:
Er ist nicht vollständig. Placements mit nur wenigen Einblendungen fehlen unter Umständen.
Er ist keine Abrechnung. Er kann ungültige Zugriffe enthalten, die Ihnen gar nicht berechnet wurden. Was Sie bezahlt haben, steht in der Abrechnung.
Die Sprache ist die des Besuchers. Wer seine Kampagne auf „Deutsch“ stellt, wählt die Sprache des Nutzers, nicht die der Website. Fremdsprachige Seiten im Bericht sind deshalb kein Fehler.
Seltsame Namen sind möglich. Apps mit ungültigem Namen erscheinen als „unformatiertes App-Placement“.
Was hinter einem auffälligen Eintrag stecken kann, zeigt das Beispiel taboolanews.com im Placement-Bericht. Warum dort so viele Apps stehen und wie Sie sie abstellen, steht in Versehentliche Klicks in Apps. Wie Google ungültige Klicks erkennt, wo Sie sie im Konto sehen und wann es eine Gutschrift gibt, steht in Klickbetrug bei Google Ads.
Zwei Ratschläge von Google, die sich widersprechen
Was tun mit Placements, die schlecht abschneiden? In einem Hilfeartikel rät Google, solche Placements per Leistungsvergleich zu ermitteln und auszuschließen. Im Hilfeartikel zum Bericht selbst steht dagegen, die Leistungsdaten je Placement seien wegen der vielen Placements und der wenigen Einblendungen pro Placement „in der Regel nicht statistisch signifikant“; es werde nicht empfohlen, die Kampagnen „zu sehr“ danach auszurichten.
Beides stimmt auf seine Weise. Ein einzelnes Placement mit drei Klicks sagt wenig. Tausende Placements mit je drei Klicks ergeben aber eine Summe, und die lässt sich sehr wohl ansehen: wie viel Geld insgesamt auf Seiten ging, von denen nie eine Anfrage kam. Wie das im Konto aussieht, steht unter „Tausende Zeilen mit Kleinstbeträgen“ in Klickbetrug erkennen.
Placements im Displaynetzwerk ausschließen
Websites und Apps, auf denen Ihre Anzeigen nicht erscheinen sollen, schließen Sie am einfachsten für das ganze Konto aus:
Im Google-Ads-Konto Tools wählen, dann „Eignung der Inhalte“ und „Erweiterte Einstellungen“.
Unter „Ausgeschlossene Placements“ die Adresse eintragen, und zwar ohne „www.“ — dann sind laut Google auch Subdomains und Unterseiten ausgeschlossen. Eine ganze Liste lässt sich über „Mehrere Placements eingeben“ einfügen.
Speichern. Neue Ausschlüsse greifen laut Google normalerweise innerhalb von zwölf Stunden.
Ein Ausschluss im Konto gilt für alle Kampagnen, auch für Performance Max, und seit März 2024 auch für die Suchnetzwerk-Partner. Länderdomains wie .de und .co.uk brauchen je einen eigenen Eintrag; Google-eigene Adressen lassen sich so nicht ausschließen. Warum eine solche Liste trotzdem nie fertig ist, erklärt Placements ausschließen: Warum Sperrlisten verlieren. Was bei Performance Max zu sehen ist, steht in Performance Max: Placements sehen und prüfen.
Geduld: Änderungen wirken mit Verzögerung
Laut Google dauert es im Displaynetzwerk 12 bis 24 Stunden, bis Änderungen wirken. Neue oder stark geänderte Kampagnen durchlaufen eine Lernphase, die „in der Regel 5 bis 7 Tage“ dauert; ausgewertet werden sollte laut Google erst nach 7 bis 14 Tagen. Wer täglich nachjustiert, misst deshalb vor allem seine eigenen Eingriffe.
Die ehrliche Einordnung
Das Displaynetzwerk ist nicht schlecht. Es ist ein anderes Werkzeug: Es zeigt Ihre Anzeige Menschen, die gerade etwas anderes tun, und kann so Bekanntheit schaffen oder frühere Besucher zurückholen. Schwierig wird es, wenn es in einem Konto, das Anfragen bringen soll, unbemerkt mitläuft, ohne dass jemand je in den Placement-Bericht gesehen hat.
Im Displaynetzwerk suchen Sie den Kunden. In der Suche sucht er Sie.
Wie viel Display-Budget großer Werbetreibender laut einer Branchenstudie auf Seiten landet, die nur für Werbung gebaut sind, steht mit allen Einschränkungen in Warum es Klickbetrug gibt. Wohin das Budget in Ihrem Konto gegangen ist, Placement für Placement und in Summe, zeigt die Konto-Durchsicht.
Quellen
Klingt nach Ihrem Konto? Die Konto-Durchsicht beantwortet für Ihr eigenes Konto, was hier allgemein steht — für Unternehmen zum Festpreis von 490 € zzgl. USt, Ergebnis in der Regel binnen 5 Werktagen.
Durchsicht anfragenPassend dazu
Sie buchen Google. Voreingestellt kommt mehr dazu.
Was zum Google-Suchnetzwerk gehört, was Suchnetzwerk-Partner sind und wie Sie prüfen, ob sie sich lohnen. Jede Suchkampagne läuft voreingestellt auch dort.
Eine Sperrliste ist kein Schutzwall. Sie ist eine Quittungssammlung.
Sperrlisten gegen wertlose Werbeplätze scheitern nicht an Googles Obergrenzen, sondern am Prinzip: Gesperrt wird erst, was schon Geld gekostet hat.