Inhalt — 8 Abschnitte
- Suchnetzwerk, Suchnetzwerk-Partner, Displaynetzwerk: der Unterschied
- Was Suchnetzwerk-Partner sind
- Voreingestellt dabei — mit Googles eigenem Warnhinweis
- Was besser geworden ist
- Die Liste der Suchnetzwerk-Partner: was der Bericht zeigt und was nicht
- Googles Argument: 11 Prozent mehr Abschlüsse
- So prüfen Sie es im eigenen Konto
- Die ehrliche Einordnung
Sie legen eine Suchkampagne an, weil Sie bei Google gefunden werden wollen, wenn jemand nach Ihrer Leistung sucht. Was dabei leicht übersehen wird: Dieselbe Kampagne erscheint voreingestellt auch auf fremden Websites. Google nennt sie Suchnetzwerk-Partner.
Das ist kein Betrug und kein Geheimnis, es steht in der Hilfe. Es ist aber eine Entscheidung, die jemand für Sie getroffen hat, und sie kostet Geld. Ob sie sich lohnt, lässt sich im eigenen Konto nachsehen.
Suchnetzwerk, Suchnetzwerk-Partner, Displaynetzwerk: der Unterschied
Wer in Google Ads eine Suchkampagne anlegt, wirbt im Google-Suchnetzwerk. Google beschreibt es als „Gruppe von suchbezogenen Websites und Apps, auf bzw. in denen sich Anzeigen schalten lassen". Es besteht aus zwei Teilen:
Die Google Suche selbst. Suchnetzwerk-Anzeigen erscheinen über oder unter den Suchergebnissen, außerdem im Tab „Shopping", in der Bildersuche und in Google Maps, auch in der App.
Die Suchnetzwerk-Partner. Fremde Websites und Apps, die Google-Suchanzeigen zeigen, dazu die Suchergebnisse und Wiedergabeseiten von YouTube. Um sie geht es in diesem Artikel.
Davon getrennt ist das Google Displaynetzwerk: nach Google „über zwei Millionen Websites, Videos und Apps", auf denen Bild- und Banneranzeigen erscheinen. Eine Suchkampagne kann trotzdem dort landen, wenn in ihren Einstellungen „Google Displaynetzwerk einbeziehen" gesetzt ist: Kampagnen → Einstellungen der Kampagne → Werbenetzwerke → „Netzwerkeinstellungen anzeigen". Wie viel Budget dann ins Displaynetzwerk geht, hängt laut Google von Gebotsstrategie und Budgeteinstellungen ab. Was das Displaynetzwerk ist und wie Sie prüfen, wo Ihre Anzeigen dort laufen, steht in Google Displaynetzwerk: Wo Ihre Anzeigen wirklich laufen.
Kurz gesagt: Das Suchnetzwerk ist die Google Suche plus Partner, das Displaynetzwerk sind fremde Websites und Apps mit Bildanzeigen. Beides lässt sich je Suchkampagne einzeln ein- und ausschalten, und beides ist eine eigene Entscheidung.
Was Suchnetzwerk-Partner sind
Es sind Websites und Apps außerhalb der Google-Suche, die Google-Suchanzeigen zeigen — überwiegend fremde, aber auch YouTube zählt dazu. Laut Google können Anzeigen dort „in einer Liste mit Suchergebnissen", „auf Seiten mit Websiteverzeichnissen", „auf Produktdetailseiten" und in den Suchergebnissen von YouTube erscheinen. Gekennzeichnet sind sie mit „Google Anzeigen".BelegGoogle-Ads-Hilfe: Google Suchnetzwerk
Zwei Dinge unterscheiden sie von der Google-Suche. Erstens nennt die Hilfeseite keine Liste dieser Websites; Google spricht von „unzähligen verschiedenen Websites". Zweitens dürfen die Betreiber Ihre Anzeige umgestalten: Sie können sie, so Google, „in Bezug auf Placement, Größe, Formatierung und visuellen Stil anpassen". Ihre Anzeige sieht dort also womöglich anders aus, als Sie sie angelegt haben.
Voreingestellt dabei — mit Googles eigenem Warnhinweis
Der entscheidende Satz steht wörtlich in der Google Ads-Hilfe: „Wenn Sie eine Suchkampagne erstellen, sind Suchnetzwerk-Partner standardmäßig eingeschlossen." Das Häkchen ist gesetzt. Wer es nicht entfernt, wirbt dort.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Google Suchnetzwerk
Bemerkenswert ist, was Google an derselben Stelle über Partnerseiten schreibt, die Produktbilder mit einem Link zeigen: „Klicks auf diesen Websites spiegeln möglicherweise nicht immer sehr zielgerichteten Traffic wider. Überlegen Sie genau, ob die Einbeziehung dieser Werbenetzwerke mit Ihren Kampagnenzielen übereinstimmt."
Google rät selbst, genau zu überlegen. Voreingestellt ist trotzdem „ja".
Was besser geworden ist
Der Fairness halber, und weil es viel ist: Das Netzwerk hat sich seit 2024 deutlich verändert. Anlass war ein Bericht des Analysehauses Adalytics vom November 2023, der Google vorwarf, Suchanzeigen auf unerwünschten Websites auszuliefern. Google bestritt die Darstellung. Die Änderungen kamen danach.BelegBrowser Media, 28.02.2024
März 2024. Websites lassen sich für das ganze Konto sperren, und diese Sperren gelten seither auch für die Suchnetzwerk-Partner.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Webseiten ausschließen
April 2025. Google bessert die Standort-Ausrichtung bei den Partnern nach, um nach eigenen Worten „unerwünschte Ausgaben durch Klicks von unerwarteten Nutzerstandorten" zu vermeiden.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Ankündigungen Partnerwebsites
August 2025. Für Such-, Shopping- und App-Kampagnen gibt es erstmals einen Bericht, der die einzelnen Partnerseiten nennt.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Placement-Berichte Partner
Februar 2026. Geparkte Domains fallen ganz weg. Das waren nach Googles Beschreibung Webadressen, die „gekauft, aber nicht vollständig entwickelt" wurden und „in der Regel wenig oder keine Inhalte" haben. Bis dahin konnten sie Teil des Netzwerks sein.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Geparkte Domains
Das ist eine ganze Menge. Wer das Netzwerk vor Jahren abgewählt hat, urteilt über einen Stand, den es so nicht mehr gibt.
Die Liste der Suchnetzwerk-Partner: was der Bericht zeigt und was nicht
Der neue Bericht hat eine Grenze, und sie ist dieselbe wie bei Performance Max. Er enthält laut Google genau zwei Angaben: die Websites und die Zahl der Einblendungen. Was eine einzelne Partnerseite gekostet hat und ob von dort je eine Anfrage kam, steht nicht darin. Außerdem führt er nur Websites auf, die „bestimmte Leistungsschwellenwerte erreichen". Die sind allerdings niedrig: Schon fünf Einblendungen oder ein einziger Klick genügen.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Placement-Berichte Partner
Kosten, Klicks und Abschlüsse gibt es für die Partner nur als eine Summe. Sie sehen also, was das Netzwerk insgesamt gekostet und gebracht hat, aber nicht, welche Website darin Geld verbrennt. Was das bedeutet, steht in Performance Max: Was Google Ihnen zeigt.
Dazu kommt ein Detail zu den Preisen. Google schreibt, ein Klick bei einem Suchnetzwerk-Partner könne „über oder unter Ihrem maximalen Cost-per-Click-Gebot" liegen. Ihr Höchstgebot ist dort also keine feste Obergrenze. Im Gegenzug senkt Google nach eigener Angabe in bestimmten Fällen die Gebote für Partner-Zugriffe, die voraussichtlich nicht zu Abschlüssen führen.
Googles Argument: 11 Prozent mehr Abschlüsse
Google wirbt für die Partner mit einer eigenen Zahl. Wer dort mindestens 5 Prozent seiner Ausgaben hat und automatische Gebote nutzt, könne „typischerweise 11 % mehr Conversions erzielen" — Conversions sind die gezählten Abschlüsse.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Ankündigungen Partnerwebsites
Die Zahl mag stimmen. Man sollte nur lesen, was sie sagt und was nicht. Sie stammt aus Googles eigenen Daten. Sie gilt unter Bedingungen, die Google selbst nennt, vor allem bei Kampagnen, die nicht durch ihr Budget begrenzt sind. Und sie sagt: mehr Abschlüsse. Sie sagt nicht, was diese zusätzlichen Abschlüsse kosten, und nicht, ob es in Ihrem Konto so ist. Das eine steht in einer Ankündigung, das andere in Ihren eigenen Zahlen.
So prüfen Sie es im eigenen Konto
Die Zahlen trennen. Klicken Sie in der Kampagnenübersicht auf das Segmentierungssymbol und wählen Sie „Netzwerk (mit Suchnetzwerk-Partnern)". Die Tabelle zeigt dann Google-Suche und Partner in getrennten Zeilen. Vergleichen Sie, was eine Anfrage hier und dort kostet.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Segmente in Tabellen
Die Partnerseiten ansehen. Kampagnen → Berichtseditor, dann unter „Wann und wo Anzeigen ausgeliefert wurden" den Bericht „Eignung von Inhalten" öffnen. Sie sehen, auf welchen Websites Ihre Anzeigen eingeblendet wurden. Kennen Sie diese Websites? Würden Ihre Kunden dort suchen?
Entscheiden: abwählen oder testen. In der Kampagnenübersicht auf das Zahnrad neben dem Kampagnennamen klicken, „Werbenetzwerke" öffnen und das Häkchen bei „Suchnetzwerk-Partner einbeziehen" entfernen. Wer unsicher ist, vergleicht vier Wochen mit und vier Wochen ohne.
Bei Performance Max einzelne Websites sperren. Dort lassen sich die Partner nicht abwählen. Was geht: Websites für das ganze Konto ausschließen, unter Tools → Eignung der Inhalte → „Ausgeschlossene Placements". Sperren kann man allerdings nur, was man schon gefunden hat; mehr dazu in Warum Sperrlisten verlieren.
Die ehrliche Einordnung
Suchnetzwerk-Partner sind eine Voreinstellung, kein Betrug. Es gibt dort Menschen, die wirklich suchen, und für manche Konten kann sich das rechnen. Das Netzwerk ist seit 2024 sauberer und durchsichtiger geworden, und das sollte man anerkennen.
Was bleibt, ist die Reihenfolge. Sie haben nicht entschieden, dort zu werben; Sie müssten entscheiden, es nicht zu tun. Und was Sie zur Entscheidung brauchen — was welche Website kostet und bringt —, bekommen Sie nur als Summe. Deshalb lohnt der Blick in die eigene Aufteilung mehr als jede Zahl aus einer Ankündigung.
Genau danach fragt Frage 5 im Agentur-Test: ob die Partner aktiv sind und welchen gemessenen Beitrag sie liefern. Was sie in Ihrem Konto in den letzten zwölf Monaten gekostet und gebracht haben, zeigt die Konto-Durchsicht.
Quellen
Klingt nach Ihrem Konto? Die Konto-Durchsicht beantwortet für Ihr eigenes Konto, was hier allgemein steht — für Unternehmen zum Festpreis von 490 € zzgl. USt, Ergebnis in der Regel binnen 5 Werktagen.
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