Der Änderungsverlauf in Google Ads: Wer hat was geändert — und was dort fehlen kann
Autor
Mathias BitschVeröffentlicht am
Die Anfragen gehen zurück, die Kosten steigen, und niemand weiß, warum. Ob eine Agentur etwas umgestellt hat, ob Google selbst eine Empfehlung angewendet hat oder ob sich gar nichts geändert hat, steht an einer Stelle im Konto: im Änderungsverlauf.
Was der Änderungsverlauf in Google Ads zeigt
Laut Google listet er alle Änderungen der letzten zwei Jahre an Konto, Kampagnen und Anzeigengruppen auf: wann eine Kampagne pausiert wurde, wer ein Keyword hinzugefügt hat, wie hoch das Budget früher war. Was älter als zwei Jahre ist, ist nicht mehr verfügbar.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Änderungsverlauf
Zwei Dinge machen ihn mehr als eine Liste. Sie können nach der Art der Änderung filtern, etwa nur Budgets oder nur Keywords. Und jede Änderung steht auf einer Zeitachse neben Impressionen, Klicks, Conversions und Kosten. Damit sehen Sie, ob ein Knick in den Zahlen auf eine Änderung folgt.
So rufen Sie den Änderungsverlauf auf
Für das ganze Konto: im Menü Kampagnen auf „Änderungsverlauf“.
Für eine Kampagne oder Anzeigengruppe: unter Kampagnen oder Anzeigengruppen das Kästchen links neben der gewünschten Zeile anklicken, dann in der blauen Leiste über der Tabelle auf „Änderungsverlauf“. Die Änderungen erscheinen rechts in einem Seitenfenster.
Den Zeitraum wählen. Der Verlauf zeigt die Änderungen im ausgewählten Zeitraum. Wer eine Ursache sucht, nimmt die Wochen vor dem Knick.
Wer hat was geändert? Die Spalte „Nutzer“
Was in dieser Spalte steht, verrät, woher eine Änderung kam:
Eine E-Mail-Adresse: Ein Mensch hat die Änderung in der Google-Ads-Oberfläche vorgenommen, und zwar mit genau diesem Zugang.
„Google Ads-System“ oder „ads-dartsearch-budget“: Laut Google stammen solche Einträge von automatischen oder internen Systemen; sie dienen nach Googles Angabe der Wartung oder sind automatisch erzeugte Ziele.
„Google Ads API“ oder der Name eines Werkzeugs: Die Änderung kam über ein Programm, etwa ein Werkzeug Ihrer Agentur oder eine Schutzsoftware.
Die Spalte taugt nur, wenn jeder mit eigenem Zugang arbeitet. Google schreibt ausdrücklich: Wer „mit eigenen Anmeldedaten“ auf Ihr Konto zugreift, lässt sich zuordnen. Teilen sich mehrere Menschen einen Zugang, steht überall dieselbe Adresse. Wie Sie jemandem einen eigenen Zugang geben, steht in Lesezugriff freigeben.
Was im Änderungsverlauf fehlen kann
Der Änderungsverlauf ist die beste Quelle, aber laut Google keine vollständige. In Googles Hilfe steht:BelegGoogle-Ads-Hilfe: Änderungsverlauf
„Manchmal werden nicht alle Änderungen an den Einstellungen auf Kontoebene oder Änderungen, die von Google-Mitarbeitern während einer Beratung vorgenommen wurden, aufgeführt.“
Gerade die Änderungen aus einem Beratungsgespräch mit Google können also fehlen. Wer sich beraten lässt, notiert deshalb selbst, was im Gespräch umgestellt wurde, und vergleicht es danach mit dem Konto. Wie Sie mit einem solchen Anruf umgehen, steht in Der Anruf von Google: Wer berät Sie da eigentlich?.
Zwei weitere Grenzen nennt Google: Was älter als zwei Jahre ist, ist weg. Und bei großen Änderungen, die viele Einträge auf einmal betreffen, zeigt die Seite die Einzelheiten nur eingeschränkt; Google nennt als Richtwert weniger als 2.000 betroffene Einheiten je Änderung.
Wonach Sie suchen sollten
Änderungen ohne bekannte Person. Jede E-Mail-Adresse sollte zu jemandem gehören, der für Sie arbeitet oder gearbeitet hat. Steht dort eine Adresse, die niemand kennt, gehört sie zu einem Zugang, den Sie prüfen sollten. Was zu tun ist, wenn dazu Abbuchungen kommen, die Sie nicht zuordnen können, steht in Unberechtigte Abbuchung von Google Ads.
Automatisch angewendete Empfehlungen. Auch sie stehen im Änderungsverlauf. Ob die Funktion eingeschaltet ist und wer zugestimmt hat, steht in Google Ads Optimierungsfaktor: Empfehlungen deaktivieren.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Empfehlungen automatisch anwendenBelegGoogle-Ads-Hilfe: Empfehlungen verwalten
Änderungen vor einem Knick. Fiel die Leistung zu einem bestimmten Zeitpunkt ab, nach Art der Änderung filtern und die Tage davor ansehen: Budget, Gebotsstrategie, Keywords, Netzwerke, Standorte.
Budgets und Gebotsziele. Wer hat das Budget wann erhöht, und mit welcher Begründung? Eine Erhöhung ist nicht falsch, aber Sie sollten von jeder wissen.
Die ehrliche Einordnung
Der Änderungsverlauf beantwortet die Frage, die in jedem Gespräch über ein Konto am Anfang stehen sollte: Was ist passiert? Er ersetzt keine Absprache, aber er macht sie überprüfbar. Wer ihn einmal im Monat öffnet, merkt Änderungen, bevor sie monatelang wirken.
Was nicht im Verlauf steht, gehört in Ihre Notiz.
Welche Änderungen der letzten zwölf Monate wer vorgenommen hat und was sie gekostet haben, gehört zur Konto-Durchsicht. Fragen an Ihre Agentur stehen im Agentur-Test, alle Prüfpunkte zum Selbermachen in der Google Ads Checkliste.
Quellen
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