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Optimierungsfaktor in Google Ads: Was er misst — und wie Sie automatische Empfehlungen deaktivieren

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Inhalt — 9 Abschnitte

In Ihrem Google-Ads-Konto steht eine Prozentzahl, die sich füllen soll: der Optimierungsfaktor. Steht dort 62 Prozent, wirkt das wie eine schlechte Note. Bevor Sie etwas dagegen tun, lohnt der Blick darauf, was die Zahl misst — und was Google tut, wenn Sie die Empfehlungen dahinter automatisch anwenden lassen.

Was ist der Optimierungsfaktor in Google Ads?

Google beschreibt ihn als „Schätzwert zur Leistung Ihres Google Ads-Kontos" zwischen 0 und 100 Prozent: „Bei 100 % schöpfen Sie mit Ihrem Konto das volle Potenzial aus." Zu jedem Faktor gehört eine Liste von Empfehlungen, und an jeder steht, um wie viele Prozentpunkte sie den Faktor hebt.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Optimierungsfaktor

Berechnet wird er laut Google in Echtzeit aus Statistiken, Einstellungen und Status des Kontos, aus der Wirkung der verfügbaren Empfehlungen und aus dem Empfehlungsverlauf. Wichtig ist, woran Google das „volle Potenzial" misst: am Zielvorhaben, das es aus Ihrer Gebotsstrategie ableitet. Nutzen Sie keine automatische Gebotsstrategie, legt Google das Ziel selbst fest — anhand der Strategie, die es Ihnen empfiehlt.

100 Prozent, ohne etwas zu verbessern

Der Satz, auf den es ankommt, steht in Googles eigener Hilfe: Sie können einen Optimierungsfaktor von 100 Prozent erreichen, „indem Sie alle Empfehlungen übernehmen oder ablehnen". Auch wer jede Empfehlung ablehnt, landet bei 100 Prozent. Die Zahl sagt also, wie viele Vorschläge abgearbeitet sind — nicht, ob Ihr Konto Kunden bringt.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Optimierungsfaktor

Auch mit dem Qualitätsfaktor, Googles Diagnosewert für die Qualität Ihrer Anzeigen, hat er laut Google nichts zu tun: „Für den Qualitätsfaktor spielt er keine Rolle."

Welche Empfehlungen den Optimierungsfaktor heben

Welche Art von Vorschlägen hinter der Zahl steckt, zeigt Googles Liste der Empfehlungen, die sich automatisch anwenden lassen. Darunter sind:BelegGoogle-Ads-Hilfe: Empfehlungen automatisch anwenden

  • Keywords und Reichweite: „Weitgehend passende Keywords hinzufügen", „Keywords hinzufügen", „Mit Suchnetzwerk-Partnern von Google die Reichweite vergrößern", „Displaynetzwerk-Aktivierung verwenden", „Ausweitung des Targetings verwenden".

  • Gebote: der Wechsel auf „Conversions maximieren", „Ziel-CPA" oder „Ziel-ROAS" und das Anpassen dieser Ziele.

  • Aufräumen: „Redundante Keywords entfernen", „Keywords ohne Anzeigenauslieferung entfernen", „In Konflikt stehende auszuschließende Keywords entfernen".

Die erste Gruppe weitet aus, wo und bei welchen Suchen Ihre Anzeige erscheint. Ob das für Ihr Geschäft gut ist, hängt davon ab, was auf den neuen Flächen passiert. Bei den Suchnetzwerk-Partnern lässt sich das nachrechnen, siehe Google Ads Suchnetzwerk-Partner: abschalten oder nicht?. Was „weitgehend passend" bedeutet, steht in Schritt 2 von Google Ads bringt nichts? Viele Klicks, keine Anfragen.

Warum Agenturen auf den Optimierungsfaktor achten

Für Agenturen ist der Faktor mehr als eine Anzeige. Wer bei Google Partner sein will, braucht laut Google in seinem Verwaltungskonto „einen Optimierungsfaktor von mindestens 70 %". Im selben Absatz steht allerdings auch: „Sie können selbst entscheiden, ob Sie Empfehlungen umsetzen oder ablehnen möchten." Eine Agentur kann die 70 Prozent also auch mit gut begründeten Ablehnungen erreichen.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Google Partner werden

Für Sie folgt daraus eine einfache Frage an Ihre Agentur: Welche Empfehlungen wurden in den letzten Monaten übernommen, welche abgelehnt — und warum? Eine Agentur, die das beantworten kann, arbeitet mit den Empfehlungen statt für den Faktor. Diese und sechs weitere Fragen stehen im Google-Ads-Agentur prüfen: 7 Fragen.

Automatisch angewendete Empfehlungen: was Google ohne Rückfrage ändert

Mit der Funktion „Empfehlungen automatisch anwenden" setzt Google ausgewählte Vorschläge selbst um. Laut Google wird dann täglich geprüft, welche Empfehlungen infrage kommen. Eingeschaltet wird sie für das ganze Konto, entweder als Paket („Anzeigen besser verwalten" oder „Umsatz steigern") oder Empfehlung für Empfehlung.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Empfehlungen automatisch anwenden

Das Budget erhöht die Funktion laut Google nicht. Automatisch anwenden lassen sich aber genau die Arten aus der Liste oben: neue und weitgehend passende Keywords, Suchnetzwerk-Partner, Displaynetzwerk, Ausweitung des Targetings, andere Gebotsziele. Das Budget bleibt gleich — wofür es ausgegeben wird, kann sich ändern.

Wer die automatische Anwendung eingeschaltet hat

Ist die Funktion aktiv und Sie wissen nicht, seit wann: Im Tab „Verlauf" steht laut Google, wann eine Empfehlung zum ersten Mal aktiviert wurde. Wer zugestimmt hat, zeigt der Änderungsverlauf des Kontos mit der Kennung des Nutzers — gefiltert auf das Datum der Aktivierung. Das kann eine frühere Agentur gewesen sein, ein Mitarbeiter oder ein Beratungsgespräch mit Google; wie Sie den Verlauf lesen und was dort fehlen kann, steht in Google Ads Änderungsverlauf: Wer hat was geändert?. Wie Sie mit einem solchen Gespräch umgehen, steht in Der Anruf von Google: Wer berät Sie da eigentlich?.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Empfehlungen verwalten

Welche Empfehlungen einen zweiten Blick wert sind

Eine Empfehlung ist ein Vorschlag, kein Befund. Für jede lohnt dieselbe Frage: Bringt sie mehr Anfragen zum gleichen Preis — oder nur mehr Auslieferung? Zwei Arten verdienen trotzdem einen genaueren Blick, weil sie auf mögliche Fehler im Konto hinweisen:

  • „In Konflikt stehende auszuschließende Keywords entfernen": Ein ausschließendes Keyword blockiert womöglich eines Ihrer eigenen Keywords. Ob das gewollt ist, wissen nur Sie.

  • „Conversion-Tracking optimieren": Wenn mit der Messung etwas nicht stimmt, sind alle anderen Zahlen fraglich. Wie Sie das prüfen, steht in Google Ads Conversions zu hoch? Was wirklich gezählt wird.

Die ehrliche Einordnung

Der Optimierungsfaktor misst, wie weit Ihr Konto Googles Vorschlägen gefolgt ist oder sie bewusst abgelehnt hat. Das ist eine nützliche Liste zum Durchsehen — aber kein Zeugnis. Ein Konto mit 100 Prozent kann Geld verlieren, eines mit 60 Prozent kann gut laufen.

100 Prozent heißt abgearbeitet, nicht richtig. Was zählt, steht in Ihrem Postfach, nicht in dieser Prozentzahl.

Welche Empfehlungen in Ihrem Konto automatisch laufen, was sie in den letzten zwölf Monaten geändert haben und was das gekostet hat, gehört zur Konto-Durchsicht.

Quellen

Klingt nach Ihrem Konto? Die Konto-Durchsicht beantwortet für Ihr eigenes Konto, was hier allgemein steht — für Unternehmen zum Festpreis von 490 € zzgl. USt, Ergebnis in der Regel binnen 5 Werktagen.

Durchsicht anfragen

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