Google Ads zählt mehr Conversions, als Sie Anfragen haben? Was hinter der Zahl steckt
Autor
Mathias BitschVeröffentlicht am
Inhalt — 6 Abschnitte
- Was eine Conversion in Google Ads bedeutet
- „Conversions" oder „Alle Conversions": zwei Spalten, zwei Zahlen
- Fake Conversions oder Zählfehler? Fünf Gründe, warum Google mehr zählt als Sie
- Warum die Zahl nicht zu Ihrem Postfach passt, obwohl nichts falsch ist
- So gleichen Sie es in zehn Minuten ab
- Die ehrliche Einordnung
Das Konto meldet 40 Conversions im Monat, im Postfach liegen zwölf Anfragen. Wer das sieht, fragt sich zu Recht, was Google da eigentlich zählt. Die Antwort steht im Konto selbst — man muss nur wissen, wo.
Eine zu hohe Zahl ist nicht harmlos. Wenn Ihre Kampagnen mit automatischen Geboten laufen, richtet Google sie nach genau dieser Zahl aus. Zählt das Konto etwas als Erfolg, das keiner ist, bietet Google darauf. Läuft eine Kampagne dagegen mit der Strategie „Klicks maximieren“, richtet Google die Gebote nach Klicks aus und nicht nach dieser Zahl; was das bedeutet, steht in Google Ads Klicks maximieren.
Was eine Conversion in Google Ads bedeutet
Eine Conversion ist eine Handlung nach einem Anzeigenklick, die Sie als Erfolg festgelegt haben: eine Anfrage, ein Anruf, ein Kauf. Was genau zählt, bestimmt die Conversion-Aktion. Jede Aktion hat eigene Einstellungen, und vier davon entscheiden über die Zahl:
Primär oder sekundär: ob die Aktion in der Hauptspalte steht und die Gebote steuert.
Zählmethode: ob jede Anfrage zählt oder nur eine pro Anzeigenklick.
Tracking-Zeitraum: wie lange nach dem Klick noch gezählt wird, standardmäßig 30 Tage.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Conversion-Tracking-Zeiträume
Attributionsmodell: wie eine Conversion auf mehrere Klicks verteilt wird.
Alle Aktionen Ihres Kontos stehen unter Zielvorhaben → Conversions → Zusammenfassung. Wer dort mehr Zeilen findet als erwartet, hat den ersten Hinweis schon.
„Conversions" oder „Alle Conversions": zwei Spalten, zwei Zahlen
Google führt zwei Spalten. In „Conversions" stehen nur die primären Aktionen. „Alle Conversions" enthält laut Google auch die Aktionen, für die „In ‚Conversions‘ einbeziehen" nicht aktiviert ist, außerdem Ladenbesuche, bestimmte Anrufe und View-Through-Conversions, also Abschlüsse ohne Klick nach einer bloßen Einblendung. Sekundäre Aktionen „dienen nur zur Beobachtung".BelegGoogle-Ads-Hilfe: Alle ConversionsBelegGoogle-Ads-Hilfe: Primäre und sekundäre Aktionen
Wer in einem Bericht „Alle Conversions" liest, sieht also mehr als das, wonach geboten wird. Für die Frage, wie viele Anfragen die Werbung gebracht hat, ist das die falsche Spalte. Was hinter View-Through-Conversions steckt, steht in View-Through-Conversions: Erfolg ohne einen Klick.
Fake Conversions oder Zählfehler? Fünf Gründe, warum Google mehr zählt als Sie
1. Mikro-Conversions zählen als Erfolg
Neben echten Anfragen lassen sich auch kleine Schritte als Conversion erfassen: der Aufruf der Kontaktseite, ein Klick auf die Telefonnummer, ein angesehenes Video. Solche Mikro-Conversions sind als Beobachtung nützlich. Stehen sie auf „Primär", zählen sie in der Hauptspalte mit, als wären sie Kunden. Google schreibt dazu selbst: Wenn Ihnen Ihre Conversion-Werte zu hoch erscheinen, „prüfen Sie, ob Aktionen, die keine Käufe darstellen (z. B. ‚Seitenaufruf‘ oder ‚In den Einkaufswagen‘) als Primär festgelegt" sind. Was das für die automatischen Gebote bedeutet, steht in Automatische Gebote: Wenn Google aus falschen Anfragen lernt.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Datenabweichungen
2. Die Zählmethode steht auf „Jede"
„Jede" zählt jede Anfrage nach einem Klick, „Eine" zählt laut Google „nur eine Conversion pro Anzeigenklick". Für Anfragen nennt Google „Eine" ausdrücklich „eine gute Wahl". Steht die Aktion auf „Jede", werden aus einem Menschen, der das Formular zweimal abschickt oder die Danke-Seite neu lädt, zwei Conversions. Für den neu geladenen Fall bestätigt Google, dass das Tag „noch einmal ausgelöst und eine zweite Conversion für die gleiche Bestellung erfasst" werden kann.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Conversions erfassenBelegGoogle-Ads-Hilfe: Doppelte Conversions
3. Dieselbe Anfrage wird zweimal gemessen
Google Ads kann eine Anfrage auf zwei Wegen erfahren: über ein eigenes Google-Ads-Tag auf der Website und über Google Analytics, wenn dort das Ereignis als Schlüsselereignis markiert und in Google Ads übernommen wurde. Schlüsselereignis ist Googles Wort in Google Analytics 4 für ein Ereignis, das als Erfolg zählt; nur solche lassen sich übernehmen. Sind beide Wege eingerichtet und beide primär, steht jede Anfrage zweimal in der Spalte.
Google kennt das Problem: Übernommene Aktionen werden in einem Fall selbst auf sekundär gesetzt, „um zu verhindern, dass dasselbe Ereignis für Gebote doppelt gezählt wird". Verlassen sollten Sie sich darauf nicht. Ob zwei Aktionen dieselbe Handlung messen, sehen Sie in der Zusammenfassung an den Namen und an der Quelle jeder Aktion.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Analytics-Schlüsselereignisse
4. Geschätzte Conversions
Ein Teil der Conversions ist nicht gemessen, sondern hochgerechnet: für Besucher, die keine Cookies erlauben, oder für Menschen, die auf dem Handy klicken und am Rechner anfragen. Diese Schätzungen stehen in denselben Spalten wie die gemessenen. Wie das funktioniert und wo Sie den Anteil sehen, steht in Geschätzte Conversions: Was Google hochrechnet.
5. Anfragen, die keine sind: Spam und Bots
Zählt Ihr Konto eine Anfrage, sobald ein Formular abgeschickt ist, zählt es auch Formulare, hinter denen kein Interessent steht: Spam, Unsinn im Namensfeld, automatisch ausgefüllte Felder. In der Spalte sehen solche Fake Conversions aus wie echte. Woher sie kommen und warum sie die automatischen Gebote in die falsche Richtung lenken, steht in Google Ads Spam-Leads: Wenn Google aus Fake-Anfragen lernt.
Warum die Zahl nicht zu Ihrem Postfach passt, obwohl nichts falsch ist
Nicht jede Abweichung ist ein Fehler. Drei Gründe liegen in der Bauart:
Das Datum. Google Ads ordnet eine Conversion in den Standardspalten dem Tag des Klicks zu, nicht dem Tag der Anfrage. Wer am 28. September klickt und am 3. Oktober anfragt, steht im September. Nach dem Tag der Anfrage sortiert die Spalte „Conversions (nach Conv.-Zeit)"; Google empfiehlt sie selbst zum Abgleich mit eigenen Zahlen.BelegGoogle Ads: Zeitpunkt der Conversions
Die Verteilung. Laut Google gilt für die meisten Aktionen standardmäßig das Modell „Datengetrieben": Eine Anfrage wird auf mehrere Klicks und Keywords aufgeteilt. Deshalb können in der Tabelle Kommazahlen stehen, und die Summe je Keyword sagt nicht, wie viele Menschen über dieses Keyword kamen.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Attributionsmodelle
Google Analytics zählt anders. Google Ads zählt nur, was nach einer Anzeigeninteraktion geschieht, innerhalb des Tracking-Zeitraums. Google Analytics zählt ein Schlüsselereignis auch bei Besuchern, die nie eine Anzeige gesehen haben. Laut Google kann der Abgleich zwischen beiden außerdem 24 bis 48 Stunden dauern. Zwei verschiedene Zahlen sind deshalb kein Beweis für einen Fehler — eine Zahl in Google Ads, die höher ist als alle Anfragen zusammen, schon.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Datenabweichungen
So gleichen Sie es in zehn Minuten ab
Die Aktionen ansehen. Zielvorhaben → Conversions → Zusammenfassung. Bei jeder Aktion steht, ob sie primär oder sekundär ist. Primär sollte nur sein, was ein Geschäft sein kann: eine Anfrage, ein Anruf von angemessener Dauer, ein Kauf.
Nach Aktion aufschlüsseln. In der Kampagnentabelle über das Segmentierungssymbol nach „Conversion-Aktion" segmentieren. Dann sehen Sie, welche Aktion wie viele Conversions geliefert hat — und ob eine davon die Zahl trägt, die Sie nicht erwarten.
Die Zählmethode prüfen. In den Einstellungen jeder Anfrage-Aktion: „Eine". Eine Änderung wirkt nur für künftige Daten.
Gegen das Postfach legen. Einen abgeschlossenen Monat wählen, die Spalte „Conversions (nach Conv.-Zeit)" hinzufügen und mit den Anfragen vergleichen, die Ihr Postfach oder Ihre Kundenliste für diesen Monat zeigt. Ist Google Ads deutlich höher als alles, was ankam, stimmt die Messung nicht.
Die ehrliche Einordnung
Eine zu hohe Conversion-Zahl ist bequem. Sie lässt den Preis pro Anfrage niedrig aussehen, und niemand fragt nach. Von selbst meldet sie sich nicht. Sie fällt auf, wenn jemand die Zahl neben das Postfach legt.
Gezählt ist noch nicht gewonnen. Die Zahl in Google Ads ist so gut wie die Einstellungen dahinter — und die sieht man nur, wenn man nachsieht.
Wenn Klicks kommen, aber keine Kunden, ist die Messung der erste von fünf Prüfschritten; die übrigen stehen in Google Ads bringt nichts? Viele Klicks, keine Anfragen. Alle Conversion-Aktionen eines Kontos mit ihren Einstellungen durchzugehen und gegen die echten Anfragen zu rechnen, ist Teil der Konto-Durchsicht.
Quellen
Google Ads-Hilfe: Alle Conversions — was die Spalte zusätzlich enthält
Google Ads-Hilfe: Conversions erfassen — Zählmethode „Eine" und „Jede"
Google Ads-Hilfe: Conversions aus Google Analytics-Schlüsselereignissen — „doppelt gezählt"
Google Ads-Hilfe: Conversion-Tracking-Zeiträume — standardmäßig 30 Tage
Google Ads: Zeitpunkt der Conversions — Spalten „nach Conv.-Zeit"
Google Ads-Hilfe: Attributionsmodelle — „Datengetrieben" als Standard
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Durchsicht anfragenPassend dazu
Im Bericht steht eine Zahl. Gezählt ist nur ein Teil.
Ein Teil der Abschlüsse in Ihrem Google-Ads-Konto ist nicht gezählt, sondern geschätzt. Was geschätzt wird, wo es steht und wie Sie es gegenprüfen.
Das System lernt, was Sie ihm als Erfolg melden.
Spam-Leads aus Google Ads: woher die falschen Anfragen kommen, warum Googles automatische Gebote aus ihnen lernen und was dagegen hilft.