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Ihre Google-Anzeige erscheint nicht: woran es liegt und wie Sie es prüfen

Autor

Mathias Bitsch

Zwanzig Jahre Onlinehandel und Onlinemarketing, zuletzt als Marketingleiter mit sieben Millionen Euro Budgetverantwortung.

Veröffentlicht am

Inhalt — 6 Abschnitte

Die Kampagne ist eingerichtet, das Budget steht, und wer bei Google nach den eigenen Leistungen sucht, findet keine Anzeige. Bevor man an Einstellungen dreht, lohnt eine Frage, die man leicht überspringt: Läuft die Anzeige wirklich nicht, oder sehen nur Sie sie nicht? Beides hat verschiedene Ursachen, und beides lässt sich im Konto klären, ohne zu raten.

Erst klären: Läuft die Anzeige nicht, oder sehen nur Sie sie nicht?

Der erste Blick gehört der Spalte „Impressionen“ in der Kampagnenübersicht. Stehen dort für die letzten Tage Zahlen, wird die Anzeige ausgeliefert, nur eben nicht Ihnen. Steht dort null, liegt das Problem im Konto.

Die eigene Google-Suche ist als Prüfung ungeeignet, und Google rät selbst davon ab. Wer selbst sucht, erzeugt Impressionen ohne Klick, und das kann sich nach Googles Angabe auf die Klickrate auswirken. Dazu kommt ein zweiter Punkt: Wer wiederholt nach der eigenen Anzeige sucht und nicht klickt, sieht sie unter Umständen nicht mehr. Google stellt die Auslieferung an Sie ein, wenn das System annimmt, dass Sie kein Interesse daran haben. Die Anzeige ist dann nicht verschwunden, sie wird nur Ihnen nicht mehr gezeigt.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Eigene Anzeigen finden

Anzeigenvorschau und -diagnose: Google fragen statt selbst suchen

Für genau diese Frage hat Google ein eigenes Werkzeug. Es zeigt, wie die Anzeige für einen Suchbegriff erscheinen würde, und nennt einen Grund, wenn sie nicht ausgeliefert wird. Laut Google liefert es ähnliche Ergebnisse wie eine echte Suche, erfasst aber keine Impressionen und verändert Ihre Statistiken nicht.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Anzeigenvorschau und -diagnose

  1. Im Konto „Tools“ → „Fehlerbehebung“ → „Anzeigenvorschau und -diagnose“ öffnen.

  2. Einen Suchbegriff eingeben, der in der Kampagne als Keyword steht oder eng damit zusammenhängt.

  3. Sprache, Standort und Gerät so einstellen, wie die Kampagne ausgerichtet ist. Wirbt sie nur in Sachsen, zeigt eine Vorschau für Hamburg sie nicht.

  4. „Vorschau“ wählen. Kann die Anzeige auf der ersten Ergebnisseite erscheinen, ist sie laut Google grün hervorgehoben; sonst nennt die Diagnose den Grund.

Die Grenzen nennt Google selbst: Das Werkzeug findet nur Anzeigen im Suchnetzwerk, nicht im Displaynetzwerk. Ist das durchschnittliche Tagesbudget der Kampagne aufgebraucht, zeigt es keine Vorschau mehr. Und es berücksichtigt unter Umständen nicht alle Kampagnenaktivitäten.

Lautet die Diagnose „Grund unbekannt“, nennt Google zwei Fälle zum Nachsehen: Die Gebotsstrategie wurde vor Kurzem geändert und die Kampagne stellt sich noch darauf ein, oder das Keyword hat zu wenig Suchverlauf, erkennbar an einem Strich in der Spalte „Qualitätsfaktor“ oder am Status „Geringes Suchvolumen“. Was in der Lernphase passiert, steht in Automatische Gebote: Was passiert, wenn Google aus falschen Anfragen lernt.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Anzeigenvorschau und -diagnose

Keine Impressionen trotz Status „Aktiv“: die Gründe, die Google nennt

Ist die Anzeige freigegeben und die Kampagne aktiviert, bleiben trotzdem Gründe, warum sie nicht oder kaum erscheint. Google führt für Suchkampagnen „12 häufige Gründe“ auf; diese sind die, die man im Konto selbst nachsehen kann:BelegGoogle-Ads-Hilfe: Suchkampagne läuft nicht

  • Das Konto selbst. Ist es gesperrt oder aufgelöst, läuft eine Sicherheitsüberprüfung oder gibt es ein Problem mit der Abrechnung, etwa eine fehlende Zahlungsmethode, laufen keine Anzeigen. Eine Sicherheitsüberprüfung kann laut Google auch zu einer vorübergehenden Grenze für die täglichen Ausgaben führen, und dazu gibt es keine Benachrichtigung im Konto. Was bei einer Sperre wegen verdächtiger Zahlungen oder nach der Meldung „Ihr Google Ads-Konto wurde aufgelöst“ gilt, steht in Unberechtigte Abbuchung von Google Ads.

  • Start- und Enddatum. Eine Kampagne mit Startdatum in der Zukunft oder abgelaufenem Enddatum läuft nicht. Und der Zeitraum oben in der Ansicht entscheidet, welche Zahlen Sie überhaupt sehen.

  • Gebot und Budget. Mit sehr niedrigen Geboten nimmt die Kampagne an weniger Auktionen teil; mit niedrigem Budget wird die Anzeige seltener ausgeliefert.

  • Zu enge Ausrichtung. Nur „Genau passend“ und „Passende Wortgruppe“, eine Ausschlussliste, die versehentlich relevante Suchen sperrt, Standorte nur mit „Präsenz“ statt „Präsenz oder Interesse“ oder Zielgruppen auf „Targeting“ statt „Beobachtung“: Jede Einschränkung verkleinert laut Google die mögliche Reichweite.

  • Kampagnen, die sich überschneiden. Mehrere Kampagnen oder Anzeigengruppen mit ähnlichen Keywords nehmen an denselben Auktionen teil.

  • Zu niedriger Anzeigenrang. Die Spalte „Anteil an entgangenen Impressionen im Suchnetzwerk (Rang)“ zeigt, wie oft die Anzeige wegen ihres Rangs nicht erschien. Verbessern lässt er sich laut Google über Gebote, die Anzeigeneffektivität und die Zielseite.

  • Conversion-Strategie ohne Daten. Bietet die Kampagne auf Conversions, ohne dass genug Conversions gezählt werden oder das Tracking richtig eingerichtet ist, wird die Anzeige nach Googles Angabe möglicherweise nur eingeschränkt ausgeliefert.

Nach größeren Änderungen an Budget oder Gebotsstrategie braucht die Auslieferung laut Google eine Weile, bis sie sich angepasst hat. Ein Tag ohne Impressionen direkt nach einer Umstellung ist deshalb noch kein Befund.

Keyword-Status „Geringes Suchvolumen“

Ein Keyword mit diesem Status ist laut Google inaktiv und löst keine Anzeigen aus, weil bei Google bisher kaum jemand danach sucht. Mit Qualitätsfaktor, Gebot oder Anzeigentext hat der Status nichts zu tun, ein höheres Gebot ändert also nichts. Google prüft ihn nach eigener Angabe regelmäßig neu, eine Woche später automatisch. Bis dahin bleiben drei Wege: warten, das Keyword durch ein weniger spezielles ersetzen oder eine weiter gefasste Keyword-Option wählen.BelegGoogle-Ads-Hilfe: Geringes Suchvolumen

Die ehrliche Einordnung

Eine Anzeige, die nicht erscheint, kostet kein Geld, und das macht das Problem leiser, als es ist: Es fällt erst auf, wenn Anfragen ausbleiben. Jede der Ursachen oben lässt sich im Konto nachsehen, wenn man an der richtigen Stelle sucht. Die eigene Google-Suche gehört nicht dazu.

Fragen Sie das Konto, nicht die Google-Suche.

Kommen dagegen Klicks, aber keine Anfragen, ist es eine andere Frage; den Prüfweg dafür beschreibt Google Ads bringt nichts? Viele Klicks, keine Anfragen. Ob Ihr Konto so eingestellt ist, wie es soll, und wohin das Budget geht, gehört zur Konto-Durchsicht.

Quellen

Klingt nach Ihrem Konto? Die Konto-Durchsicht beantwortet für Ihr eigenes Konto, was hier allgemein steht — für Unternehmen zum Festpreis von 490 € zzgl. USt, Ergebnis in der Regel binnen 5 Werktagen.

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